Sie sind hier: Home > Interessenten > Grund
Diese Seite als PDF-Datei ausgeben!  Diese Seite weiterempfehlen!  

Interessenten

Jugendmedienschutz Pflicht und Kür!

Pflicht:
In Deutschland regelt der Gesetzgeber klar den Schutzanspruch von Kindern und Jugendlichen. Dazu ein Auszug aus dem Jugendmediensutz-Staatsvertrag –JMStV in Kraft seit 01.04.2005:

Zweck des Staatsvertrages ist der einheitliche Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die deren Entwicklung oder Erziehung beeinträcht-igen oder gefährden, sowie der Schutz vor solchen Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die die Menschenwürde oder sonstige durch das Strafgesetzbuch geschützte Rechtsgüter verletzen. Nutzerregeln am Eingang des PC Kabinetts

Auch wenn sich der Staatsvertrag konkretisierende Regelungen vorbehält, so ist unumstritten, dass nur ein aktiver Schutz in Frage kommen kann. Möglichkeiten wie hier dargestellt sind demnach unzureichend.

Kür:
„Gewalt in den Medien darf in seinem Gefährdungspotential nicht unterschätzt werden, es ist aber auch nicht angebracht, Mediengewalt zum Sündenbock für Gewalt in der Gesellschaft zu erklären.“ (Medien und Gewalt, 2004) Untersuchungen gehen heute nicht mehr von einer generellen Ungefährlichkeit von z.B. Mediengewalt aus, machen aber explizit deutlich das die Wirkung vom sozialen Umfeld im Einzelfall und von vielen weiteren Faktoren abhängig ist. (vgl. Medien und Gewalt, 2004)

Die Forschung nach der Wirkung von Medien wird am intensivsten in Bezug auf Gewalt betrieben, ist aber in gewissem Maße auch auf andere Angebote übertragbar. So macht die Untersuchung „Jugendschutz und Filtertechnologien im Internet“ auf das besondere Gefährdungspotenzial durch die veränderten Strukturen der neuen Informationsübertragung aufmerksam. Demnach stellt sich die Gefährdung schon allein durch die ständige Verfügbarkeit aller Inhalte dar, die die Wahrscheinlichkeit des Zufälligen ansurfen von schädlichen Inhalten drastisch erhöht. (vgl. Jugendschutz und Filtertechnologien im Internet, 2000) Fast jeder Internetnutzer kennt das: durch unbedachtes klicken auf einen viel versprechenden Banner tun sich Seiten mit äußerst zweifelhaftem Inhalt auf, die bereits ohne anmelden schädliche Inhalte zeigen.